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  • egot24 15:50 am 21. August 2011 Permalink | Antworten
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    Bierexpress am Mehringdamm 

    „Sind’se in Berlin, kommen’se zum Mehringdamm! Da erleben’se den weltbekannten Bierexpress, gleich neben dem Curry 36. Dufte Kneipe. Hier verkehrt alles mit Rang und Namen aber ebenso auch ohne beides. Nehmens’e mich. Hab ´nen Namen, aber keinen Rang. Will ja keinen benennen, aber hier war jeder schon. Selbst unbekannte Leute nehmen die Kneipe in Angriff. Und det zu Recht!“

    Dies schrieb ein unbekannter Autor schon vor vielen Jahren.

    Und ich kann dem nur zusprechen, die Kneipe lohnt sich, es ist immer etwas los, tolle Leute von hier, von dort, selbst aus Amerika, England, Kroatien und Russland kommen sie extra hierher. Hier treffen sie auf Publikum, von dem sie immer gedacht hatten, das gibt es nicht. Da sitzt mal ein Schauspieler neben dir, dann einer aus deinem eigenen Land, von überall her treffen sich die Menschen, um hier zusammen zu sein, zu reden, zu trinken, zu lachen. Und: Essen darfst du mitbringen, von nebenan, Curry36 oder von der anderen Seite: Mustafa’s Gemüsedöner oder sonst wo. Hier sein ist alles, kommunizieren kannst du so viel du willst. Kannst auch in die Wii-Lounge gehen und ein bisschen spielen oder von den Spielautomaten dein Glück fordern.

    Der zugereiste Inder spielt gerne am Automaten, der Spanier sitzt vorm Lokal unter der Markise und liest sein Buch, der Franzose hat sich eine japanische Frau angelacht und freut sich, wenn du beiden ins Englische übersetzen hilfst. Vor kurzem fragte mich freundlich ein Husky, wo denn sein Eskimo-Herrchen geblieben sei. All so was gibt es im Bierexpress. Tagtäglich, allabendlich, und sogar nächtlich.

    Dann noch die Geschichten, die die Einheimischen bieten:

    Hörenswert, fast schon lesenswert: Da knallt hier immer ein Typ rein, ziemlich unauffällig, mit roter Mütze und erzählt von einem rauschebärtigen „Taliban“, den er kennengelernt hätte, der Haban heißt und der sich hier in langem Mantel ziellos herumtreibt.

    Er spricht von aufkeimenden oder versinkenden Existenzen, die den Boulevard beleben.

    Es gibt Geschichten: Der Trinker, der hier sein Heil sucht, obwohl er es schon heillos vertrunken hat; die ehemalige Kiez-Größe, deren Krone schon lange in der Vergangenheit versunken ist, der sogenannte Professor, der seinen Titel nur seinem Erscheinungsbild zu verdanken hat und das Genie, das hier ständig aufläuft, um die wahren Werte seiner Unscheinbarkeit glorreich anzupreisen. Das gibt es zwar in jeder Großstadt, aber so, wie hier, am Mehringdamm in Berlin, ist das noch nie gesichtet worden. Und die Spitzen all dieser Größen treffen sich wo? Im Bierexpress. Kommste nicht drum rum. Biste mittendrin. Nun, alles gehört dazu. Kreuzberg ist keine Waschküche sondern ein Meltingpot, heißt wohl Schmelztiegel oder so.

    Hier treiben sich Leute herum, von denen Sie noch nie gehört haben und Leute, die Sie aus dem Fernsehen kennen oder sogar aus der Politik. Alles Berliner. Oder gewordene. Wer in Berlin lebt, wird schnell ein Berliner, wer in Kreuzberg lebt, wird noch schneller Kreuzberger. Weil Kreuzberg gut tut. Und was gut tut, merkt schnell ein Tourist und fühlt sich wohl. Besonders im Bierexpress.

    Traf ich vor kurzem hier draußen einige Iren. Die saßen da und tranken. Nach einiger Zeit hatten sie Hunger (was ja verständlich ist). Sie fragten, ob es etwas zu Essen gäbe. Nein, meinte die freundliche Bedienung. Nebenan! Sie meinte entweder Curry 36 oder Mustafa’s Gemüsedöner. Freundlich, wie Iren nun mal sind, fragten sie, ob sie sich was holen könnten und hier weiter trinken. Wie lautete wohl die Antwort? Nun: Jawohl! Die Iren blieben, bis die Tische hochgestellt wurden, lachten und sangen Lieder, deren Texte keiner verstand, aber deren Inhalt durch das gesteigerte Gelächter immer zweideutiger, mir dadurch klarer wurde.

    Bierexpress ist einzigartig! Und wer es nicht glaubt, soll einfach mal herkommen! Die Zeit ist reif! Übrigens nennt man den Kreuzberger „Bierexpress“ in Texas schon „BX“. Let’s go!!!

    Und morgen sitzt hier vielleicht die weltberühmte Sängerin Anna N. mit einer Currywurst. Wollen Sie da fehlen?

    Bierexpress am Mehringdamm. Das ist die Adresse. Taxi und U-Bahn direkt vorm Haus. Tolle Cocktails gibt es auch noch – und wenn Sie wollen, ein erfrischendes Gespräch mit der Wirtin.

    -weitere Geschichten-

     
  • egot24 20:46 am 21. May 2011 Permalink | Antworten
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    Linke auf dem Mehringdamm 

    21.05.2011

    Eine Woche nach der Demo der Rechten kamen die Linken. Angekündigt. Und wieder hatte ich das Glück, zumindest das Ende der Demonstration zu beobachten, nachdem vorher in der rbb-Abendschau verkündet wurde, dass diese Demo bislang friedlich geblieben war. Eine Stunde vorher hatten sie Parolen auf der Kreuzung Gneisenaustr./Mehringdamm gebracht, waren dann aber nach Süden gen Tempelhof gezogen.

    Plötzlich war die Demo vor unserem Haus: Polizeigebleitet, aber Polizei mit Helmen in den Händen, nicht auf dem Kopf und bei weitem nicht in der Menge wie letzte Woche:

    Aufschrift auf dem Transparent: Gegen Faschismus und Staatsgewalt.

    Eigentlich Blödsinn, denn was hat (unsere) Staatsgewalt mit Faschismus zu zun?

    Gemeint war (wie dann aus Sprüchen hervorging), dass man meinte, die Polizei dürfe eine Demo der Rechten erstens nicht gestatten, zweitens nicht schützen. Wie stellt sich die Antifa das vor? Einseitiges Verbieten? Entweder Demonstrationsrecht oder nicht! Wenn dann gegen herrschendes Gesetz verstoßen oder Gewalt angewendet wird, dann muss die Polizei (Staatsgewalt) einschreiten.

    Hier noch atmosphärische Aufnahmen (wenn auch unprofessionelle):

    Die Aufstellung der Polizei hatte schon eine andere Qualität als vorige Woche: Nachzulesen und zu schauen unter: Nazis auf dem Mehringdamm

    Dann wurde die Demo durch den Veranstalter beendet, es wurde zum ruhigen Heimgehen aufgerufen und es boten sich lockere Bilder:

    Zum Abschluss wurde noch ein vermutlich südamerikanischer Song gespielt, dann ging locker und lautlos die Demo in die Vergangenheit.

    Notwendiges Nachwort: Demo ist nicht gleich Demo. Aber alle Teilnehmer, Befürworter und Gegner sollten Ruhe und Respekt vor dem anderen bewahren. Um das zu gewährleisten ist die geschmähte Staatsgewalt in Form von Polizei dabei! Was wären die Bürger ohne Polizei? Hilflos ausgeliefert. Das war das Wort zum Sonntag.

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  • egot24 14:39 am 16. May 2011 Permalink | Antworten
    Tags: , Bierexpress, , , , , Neonazis,   

    Nazis auf dem Mehringdamm 

    14. Mai 2011

    OIOIOIOIOI, war heute am Mehringdamm was los!

    Samstag und mal schönes Wetter, wie man es sich wünscht, ich stand in meinem Erker und rauchte eine. Da sah ich den einen und anderen und sogar noch die nächsten Einsatzwagen der Polizei vorfahren. Einige versteckten sich hinter dem Finanzamt. Andere hielten auf dem Mehringdamm. Standen so rum. Ich ging kurz runter, um mir was zum Frühstück zu besorgen. Da  hatte sich vor unserem Haus und auf dem gesamten Mehringdamm etwas deutlich verändert. Alles voller Polizei, die Straße abgesperrt. Man hörte laute Rufe.

    Dann ging es richtig los: Lautsprecherdurchsagen, skandierte Sprüche. Und ich war mitten drin und konnte nichts sehen. Ich ging in Richtung der Geräusche, Richtung Finanzamt. Alles gesperrt, auch für Fußgänger und Radfahrer. Die skandierten Sprüche konnte ich nicht genau verstehen. Auf einmal waren wesentlich mehr Leute als vorher auf der Straße, es erschallten Rufe „Nazis raus!“ Ich entschied mich, wieder in meiner Erker zurückzukehren.

    Oben angekommen, machte ich die Fenster auf. Da kam eine Horde Radfahrer an, wild schreiend, hin zur mit Polizeifahrzeugen verbarrikadierten Fläche. Vor unserem Haus Unmengen Leute. Und immer wieder skandierte Sprüche, die ich auf die Entfernung nicht verstand. Ich sah folgendes:

    Genauer hingesehen, sah ich, dass sich, getrennt von einer Gitterabsperrung eine verhältnismäßig kleine Gruppe aufgeschart hatte, mit Berlin Fahnen in der Hand:

    Auf dem vorderen Transparent stand: „Wahrheit macht frei!“

    Neonazis, die so tun als ob sie Berlin vertreten (Fahnen). Gegenüber die anderen, schnell per SMS, Handy, Facebook etc. hinzugerufene Leute verschiedenster Couleur: Linke, auch normale Zuschauer aber auch „Autonome“, die eh auf Krawall aus sind. Hier in Kreuzberg (alles Linke und Grüne) wollen die Rechten demonstrieren? Reine Provokation. Die Polizei hat nun die Aufgabe, diese (von wem auch immer genehmigte) „Veranstaltung“ vor Übergriffen (besonders der Autonomen) zu schützen! Mitten unter den Nazis stand ein Lautsprecherwagen und verbreitete alte deutsche Lieder.

    Man sieht, sie stehen direkt am Eingang eines U-Bahnhofes. Plötzlich – wie auf ein Zeichen hin – rennen sie alle zum dortigen U-Bahnhofeingang und verschwinden darin:

    und kommen direkt wieder aus dem anderen Eingang raus:

    und sammeln sich vorm „Bierexpress“ und Curry 36:

    Damit hatte die Polizei nicht gerechnet und musste nun schnell handeln: DENN SIE MÜSSEN JA DIE RECHTSEXTREME DEMO SCHÜTZEN!!!

    Die Autonomen und alle, die gegen die Rechten waren, sind schnellstmöglich auch zu dem Punkt gelaufen, haben sich auch Reibereien mit der Polizei eingehandelt:

    Schließlich sah es so aus: Die Nazis mussten die Berliner Fahnen herunternehmen. Der Veranstalter sagte die Demo kurzfristig ab. Nur: Die Nazis kamen nicht weg, waren umzingelt von Leuten. Da baute die Polizei eine Gasse zum gegenüberliegenden U-Bahneingang, worin die Nazis sich zurückzogen, nicht ohne mit Tomaten und Plastikflaschen beworfen zu werden.

    Wir erfuhren dann, dass auf der U-Bahnstation die Leute aus einigen Zügen nicht aussteigen durften, die Züge wurden durchgewunken; in einen der nächsten kamen dann die Nazis rein. Keiner durfte in der Zwischenzeit in den Bahnhof oder aus ihm heraus.

    Hier noch ein Foto der Absperrkette:

    Kurze Zeit später war alles wieder Friede, Freude Eierkuchen, wir saßen drüben im Bierexpress, tranken uns einen und zählten die Tomatenflecken auf der Fahrbahn.

    Nachschrift: Von der Polizei erfuhr ich, dass es einige aggressive, gewalttätige Linke gegeben hatte, die wegen Flaschenwerfens und Schlägerei vorübergehend festgenommen wurden.

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  • egot24 02:18 am 20. January 2011 Permalink | Antworten
    Tags: , Bierexpress, , Finanzamt, Konjunkturpaket 2, , Steuergelder   

    Berlin Kreuzberg, Finanzamt 

    Wer liebt schon sein Finanzamt? Man liebt seine Kinder, seinen Job und vielleicht auch seine Frau.

    Das Finanzamt ging mir nie durch den Kopf, keinen Gedanken verschwendete ich daran. Warum soll ich auch einen Gedanken an irgendein Amt aufbringen?

    Bis ich jemanden traf. Beim Bier in der Kneipe, natürlich im Bierexpress am Mehringdamm, direkt neben Curry 36. Erst hatten wir uns nix zu sagen, dann fing einer von uns an, über Wetter, das Bier oder waren es die Preise?

    Er erzählte, er lebe mit Blick auf das Finanzamt. Ein wunderschönes Finanzamt. Früher sei es eine Kaserne gewesen, ein schöner Bau mit Türmen und Schießscharten, ein Bau der Abwehr. Heute sei es eben Finanzamt, ein Bau der Einnahme.

    Es dauerte eine zwanzigstel Sekunde, bis ich den Witz verstand.

    Und er wohnte gegenüber, ständig den Blick darauf, auf seine Türme, dessen mittlere zwei Fahnenstangen beherbergten. Daran hingen, manchmal flogen sie auch, Fahnen. Die deutsche und die berliner Fahne, an allen Feiertagen, bei Staatsbesuchen und wichtigen Anlässen. Er habe sich immer gefreut, wenn die Fahnen im Winde wehten, wenn er aus seinem Fenster schaute; dann hätte er immer gewusst, ah, jetzt ist ein Feiertag oder ein Staatsbesuch. Und da das Finanzamt auf der Strecke vom früheren Flughafen Tempelhof zum Regierungsviertel lag, konnte er sicher sein, nichts zu verpassen. Zum Beispiel die langen Eskorten von Polizisten auf Motorrädern, irgendwo dazwischen ein schwarzes Fahrzeug (da saß wohl der Prominente drin oder es war ein Trick und der gefährdete Prominente war in Tegel gelandet und fuhr mit der U-Bahn zum Kanzleramt), jedenfalls gewann er dem Anblick des Finanzamtes mit seinen Fahnen einen Mehrwert (Finanzsprache) ab und genoss ihn.

    Er schaute mich an und ich sah, wie seine Stirn in Falten ging.

    Dann, sagte er, war es Herbst, Scheißwetter, das Finanzamt sah zum Kotzen aus, der Sturm rüttelte an meinen Fenstern. Da sah ich, wie einer der beiden Fahnenstangen im Sturwind wankte, was heißt wankte, sie schwankte hin und her, ich dachte schon, sie würde den Turm umreißen. Ich suchte die Nummer vom Finanzamt, ließ mich mit der Verwaltung verbinden, schilderte meine Beobachtung, sagte dass die nördliche Fahnenstange aber ganz bedrohlich schwankte und ich es ja nur gut mit dem Finanzamt meine.

    Er schwieg und zündete sich eine Zigarette an, da wir im ersten Stock des Bierexpress saßen, in der Raucherlounge.

    Er wartete auf mein UND? Als es nicht kam, erzählte er trotzdem weiter:

    Ab sofort wurden keine Fahnen mehr aufgehisst. Der Hausmeister hatte fahnenfrei.

    Nach drei Monaten aber geschah es, dass mein Bierkumpan beobachtete, dass drei Leute auf den Türmen herumkraxelten, wild gestikulierend, hoch und runter zeigend, Maßbänder zückend, wichtig auf diesen und jenen Punkt deutend.

    Was soll die Geschichte, die er loswerden will, dachte ich und bestellte mir automatisch noch ein Bier.

    Dann, sagte mein Kumpan, dann, nach weiteren zwei Monaten sah ich ein Batallion von Arbeitern auf dem Dach und dem Turm des Finanzamtes. Sie stoben nur so herum, einige bauten die Fahnenstangen ab, andere waren tüchtig mit anderen Dingen beschäftigt. Auf der Straße vor dem Finanzamt fuhr ein Kran auf. Er hievte zwei nagelneue Fahnenstangen hinauf und holte die alten herunter. Dann hievte er andere, zunächst unkenntliche Dinge hinauf.

    Er sah mich traurig an und bevor ich ihm ein Bier bestellen konnte, bestellte er selber eines.

    Langweilig? fragte er mich. Nein, um Gottes willen!

    Dennoch redete er weiter: Als es fertig war, was die da angestellt hatten, sah ich, dass zwei neue Fahnenstangen da standen und zwei Treppen mit Geländer, die vorher nicht da waren, damit man leichter an die Anknüpfungspunkte für die Fahnen kommt. Ich freute mich. Ab jetzt werde ich wieder Fahnen flattern sehen und wissen, es ist Feiertag oder Staatsbesuch!

    Wie fragend blickte er zu mir.

    Jetzt fragte ich: Und?

    Er machte eine Kunstpause und sagte dann: Seit drei Jahren sehe ich keine Fahne auf dem Turm. Die nördliche Fahnenstange wackelt bei Wind immer noch bedrohlich und rumort im gesamten Hause, die Treppen sind nie bestiegen worden, der Hausmeister hat lebenslang fahnenfrei. Dafür haben sie in der Zwischenzeit das Dach neu gedeckt und das gesamte Gebäude ein halbes Jahr innen und außen frisch renoviert.

    Dann sagte er resignierend: Das Konjunkturpaket II machte es möglich.

    Und – nach einer Pause: Kein Wunder, es ist ja das Finanzamt, da sitzt ja die Kohle.

    Komm, sagte er, ich lade dich zum Bier ein, irgendwie muss das ja über unsere Steuergelder wieder reinfließen! Ich habe das Finanzamt so geliebt!

    Leider habe ich ihn nicht wiedergesehen.

    Man hat mir später erzählt, er sei der ehemalige Hausmeister des Finanzamtes gewesen.

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  • egot24 14:46 am 17. January 2011 Permalink | Antworten
    Tags: , Bierexpress, Billard, , Darts, Fußball, Großleinwand, , , Raucherlounge, , Wii   

    Vogt’s Bierexpress 1+2 

    Vogt’s Bierexpress 1

    In Kreuzberg, dort am Mehringdamm
    da fängt so recht das Leben an
    der Bayer kommt, sogar de Hess
    und trifft sich im Vogt’s Bierexpress

    zum Fußball oder nur zum Bier
    es ist einfach gemütlich hier.
    Großleinwand-Fußball wird gebracht
    wenn’s sein muss, spät bis in die Nacht.

    Die Currywurst von nebenan,
    die darf man hier verzehren
    es ist nur ratsam, dann und wann
    dazu ein Bier zu leeren.

    Wer rauchen will ist kein Verbrecher
    im ersten Stock steh’n Aschenbecher!
    So lebt sich’s gut und ohne Stress
    am Mehringdamm, im Bierexpress

    Dort kann man trefflich Billard spielen
    mit Pfeilen um die Wette zielen,
    und oben gibt’s -ich lern es nie-
    ne separate Launch-Wii.

    Hier trifft sich manche Prominenz
    und manches Original
    man zeigt hier Fußballkompetenz
    beim Bierchen allemal

    und Biere gibt’s hier manche Sorten
    das findet man nicht allerorten
    und Cocktails, die man weltweit kennt.
    Der Service: Freundlich-kompetent

    Und fragt man mich, ob ich was wüsste,
    wo unbedingt man hingeh’n müsste,
    den schau ich an und sage kess:
    Ja, Mehringdamm, Vogt’s Bierexpress!

    Vogt’s Bierexpress 2

    Der Bierexpress, am Mehringdamm gelegen

    der zieht so manche Leute an – weswegen?

    Liegt’s an der Werbung? an der Wirtin? oder daran,

    dass vor der Tür der Ausgang ist der U-Bahn?

    Nein, weit gefehlt! Aus all Berliner Kreisen

    sieht man die Gäste hierher freudig reisen.

    Zum Beispiel: Detlef kommt von weit hierher,

    auch Jonas fällt es manchmal ziemlich schwer,

    die weite Strecke leicht zu überbrücken,

    doch lässt er sich sein Ziel niemals verrücken!

    Auch Norbert – er hat Kneipen um die Ecke –

    und geht trotzdem täglich die weite Strecke

    hierher, um hier in Ruh’ zu schnabulieren,

    mit Gästen klönen und zu fabulieren,

    auch Jürgen und Gerlinde finden stetig

    den Weg hierher – sie hätten es nicht nötig:

    sie wohnen über einer Kneipe gar!

    Auch Ulle, der sich nie an eine Bar,

    gestellt hat, fühlt sich äußerst pudelwohl,

    selbst einer, der ´ne zeitlang Alkohol

    vermieden hat, sie alle treffen sich

    im Bierexpress, oft gar an einem Tisch!

    Was soll die Frage nach wieso? warum?

    das Bier schmeckt hier, die Stimmung – und darum

    geht halb Berlin hierher in’s Bierexpress!

    Vergessen alle Sorgen, aller Stress!

    (c) Toge Schenck 2011
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