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  • egot24 13:51 am 23. February 2020 Permalink | Antworten
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    Biertonne vorm BX 

    2016-08-27

    Berthold Daffke und Donald McDonald
    Die Biertonne, an der man stehen muss, seitdem das ganze Haus eingerüstet ist, ist
    unbezahlbar.
    Dort trifft man Leute, die man nie an schön gestalteten Tischen mit ebenso schön gestalteten
    Stühlen treffen würde.
    Ich erinnere mich an einen Abend vor langer Zeit, da war das Haus noch nicht eingerüstet,
    könnte sein vor drei oder vier Jahren, da stand an der Tonne. Er nannte sich Berthold
    Daffke, war ursprünglich Berliner Bauart, versprang sich versehentlich nach Belgien und
    Burkina Faso, damals noch Obervolta, und als die afrikanische Hitze seine Fußsohlen zu
    verbrennen drohten (der wahre Grund war sein Aufbegehren gegen die Beschneidung der
    kleinen Mädchen und die darauf folgende Verfolgung seitens der Mütter, die den Vätern
    unbedingten Gehorsam zu schulden glaubten), sprang er einfach über Burundi nach
    Barbados. Dort fand er Frieden, da er eine junge Frau namens Elisa traf, die ihm sagte, er
    müsse alles nicht immer ernst nehmen. Diese Aussage nahm er ernst und dachte darüber
    nach, warum ihn seine Eltern nicht Ernst genannt hätten, sondern Berthold. Er kam zu
    keinem Schluss, außer zu dem, dass alles egal ist.
    Jetzt begriff er seinen Nachnamen. Nichts ist ernst, alles ist Daffke, also so, wie es ist, ob
    sinnvoll oder nicht – eben nur so, wie es ist, aus Eigensinn, nur zum Spaß.
    Jetzt klärte er mich auf über die Welt: Gott oder wer auch immer schuf sie zu seinem Spaß.
    Entweder es läuft oder nicht. Er fand die Aussage der heutigen Jungend „sinngreifend“,
    wenn diese „Wir wollen Spaß!“ rufen. Spaß ist zwar nicht immer witzig, aber besser als jede
    verbissene Mentalität.
    Von Barbados kam er nach Berlin zurück, traf auf die Spaßgesellschaft, trieb mit ihr sein
    Spiel, trank aus fremden Gläsern, setzte fremde Brillen und Hüte auf, trat bei Gottschalk und
    Jauch auf, einfach aus Spaß.
    Bis er im hohen Alter von 48 Jahren merkte, dass Spaß keine Freude macht.
    Zu Hause sammelte er seine eigenen, unsinnigen Aufzeichnungen, sandte sie einem der
    größten Verlage zu und bekam den Nobelpreis für sinnlose Literatur.
    Donald McDonald
    Vor sechs oder sieben Abenden hat mir doch mein Abendfreund Väinö Hattikönen, der
    bewusste Finne, die Geschichte der Erfindung Hägars Hängarmatti in aller Breite erzählt.
    Jetzt stand der Schotte Logan McAllister neben mir, dem ich diese Geschichte schottisch
    kurz erzählte. Logan sagte, er wolle in zwei Tagen Berlin und Umgebung in Gesamtheit
    erkunden. Nicht, wie der Holländer im Wohnwagen, sondern mit Mini-Tipi-Zelt (für 39,99 bei
    ebay) im Smart verstaut.
    Logan erzählte in Steno (für junge Leute: Stenografie war früher mal eine Sparschrift: Heißt,
    lange Wörter wurden nachvollziehbar in kurze Zeichen gefasst), also Logan erzählte in
    schottischer Kurzform (ich erlaube mir eine verständliche Ausführung):
    Er erzählte, dass er in Ausstellungen immer hereinkam, wenn er am Einlass behauptete,
    seine Frau sei drin, die gerade Großmutter geworden wäre. In einigen Fällen hätte er,
    mangels deutscher Sprache auch gesagt, seine Frau wäre gerade Mutter geworden.
    In Gaststätten schlemmte er und meinte nachher, er müsse sich vom Automaten nebenan
    Geld besorgen. Innerhalb Berlins lief er immer Taxen (oder Taxis) hinterher, weil er mehr
    sparen konnte, als wenn er hinter Bussen herlief.
    Ich dachte, ach ja, nicht nur in Schwaben gibt es sparbewusste Menschen.
    Und nun kam die Aufklärung über die Hängematte (natürlich mit kurzen, sparsamen Worten):
    Never Finland hammock. Scots Hammock.

     
  • egot24 13:48 am 23. February 2020 Permalink | Antworten
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    Berlin kann so schön sein 

    2016-11-07

    Ja, unsere Stadt kann schön sein, auch wenn Horden losgelassener Briten, aus
    Londons Umfeld oder Birmingham lauthals dem Alkohol frönen, den Verkehrslärm
    locker übertönen und Grund und Boden durch ihr Hüpfen erschüttern, dass die
    Mauern in ihren Festen erzittern.
    Auch meine Tonne zitterte mit, der gesamte Untergrund, sodass mein Sudoku in
    Schieflage geriet, mein Bier fast überschwappte.
    Freude schöner Götterfunke. Oder Suffgeilheit.
    Ich mag es nicht ermessen.
    Wir nahmen den Bus den Ku´damm hinauf, liefen ihn abwärts bei blendendem
    Sonnenschein (wirklich blendend, denn die Sonne steht blendend tief. Was machen
    Autofahrer bei so niedrigem Sonnenstand, der unter der Sonnenblende
    hindurchscheint? Ich hoffe: Bremsen.
    Diese tiefstehende Sonne im Rücken gingen wir den besagten Damm zurück, ließen
    uns also hinterrücks bescheinen, betrachteten grandiose Mode, unglaublichen
    Goldschmuck, hochwertige Schuhe und weitere unsägliche Auslagen in den
    Schaufenstern des verheißenden Glückes.
    Angesteckt von soviel Konsumwelt, ließen wir uns es nicht nehmen, im sechsten
    Stock des KaDeWe, in der High Society Lounge einen Imbiss zu uns zu nehmen.
    Neben uns saß eine Dame, der die verschiedensten Gerichte von verschiedenen
    Küchenmeistern auf der Etage mit großer Huld angebracht wurden. Stammgast
    offenbar. (Heute gendermäßig wohl „Stammgästin“).
    Habe vergessen, ob ich diesen Imbiss bar bezahlen konnte oder zu meiner
    Scheckkarte greifen musste.
    Schön die Sonne, der Ku´damm, der Imbiss. Besonders schön die Unterhaltung mit
    der liebsten aller meiner Ehefrauen.
    Dann an der Tonne. Ein Bier, ein Tee, eine kleine Unterhaltung mit Jutta.
    Auf geht die Tür und eine Horde losgelassener Briten betritt den Vorhof, grölen
    unerbittlich, schlagen auf den Tisch, singen sich eins, zwei, drei.
    Zeit für nach Hause.

     
  • egot24 13:45 am 23. February 2020 Permalink | Antworten
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    Anreize 

    2016-06-16

    Die Tonne gibt mir Anreize
    Stand ich an der Tonne – es war langweilig.
    Langweilige Tage haben es in sich – nicht nur, dass sie langweilig sind, sie gehen
    einem auf den Geist.
    Was macht der Geist? Er schafft sich Anreize.
    Vor lauter Langeweile sucht der Geist, sich mit etwas zu beschäftigen. Dazu braucht
    man ihn nicht extra aufzurufen. Ganz von alleine wirft er Netze aus, um interessante
    Dinge einzufangen. Und sei es, dass er in der eigenen Vergangenheit fischt.
    Da findet er die Doktorspiele, die man mit sechs in einem Zelt mit einem potenziellen
    Geschlechtspartner absolvierte, jugendliche Sünden, z.B. das Einwerfen von
    Fensterscheiben mit Schneebällen, den gemeinschaftlichen Fliederdiebstahl zum
    Muttertag, herbstabendliches Umherstöbern mit Taschenlampen im Nebel,
    philosophisch geprägte Spaziergänge mit einem Freund, Tod und Teufel in der
    Literatur und im tatsächlichen Leben.
    Der Geist steht nie still. Er wogt und schwebt wie er will. Bei mir so, bei Dir anders.
    Da heraus kann man sich die Entwicklung erklären, die die Menschheit bisher
    machte. Ich meine die freundliche, geistige und wissenschaftliche. Mit allen
    Errungenschaften in Kultur, Wissenschaft, Medizin etc.
    Der andere Teil der Menschheit, die der dumpfbackigen, nicht entwicklungsfähigen
    Disposition einiger unserer Mitbewohner, holt ihre Anreize aus unausgegorenen,
    unüberlegten Empfindungen, die ihnen ihre eigene Unfähigkeit zu Denken zulässt.
    Höchster Anreiz sollte das Denken sein. Eine Eigenschaft, die dem Menschen
    vorbehalten ist. Und der er geflissentlich nachkommen sollte.
    So gehe ich von der Tonne und weiß nicht, ob sie mir diese Gedanken eingeflüstert
    hat. Woher hat sie dieses Wissen?
    Mit diesem Anreiz gehe ich jetzt ins Bett.

     
  • egot24 13:38 am 23. February 2020 Permalink | Antworten
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    An der Tonne 

    2015-12-21

    An der Tonne:
    Margarethe
    Wir kamen vom Abendessen im „Primavera“, wo wir -dank lauer Witterung- zum Kaffee
    draußen gesessen hatten.
    Getrennte Wege ab der Kreuzung Mehringdamm, meine Tonne rief ebenso laut wie Ingrids
    Bett. Kaum war ich im BX, kam Ingrid von den getrennten Wegen hinzu und meinte, ihr Bett
    riefe bei weitem nicht so laut wie meine Tonne und sie möchte noch einen Wein. Freut mich
    doch! Draußen, an der Biertonne stand eine junge Frau. Sie nannte sich Margarethe.
    Ich denke sofort an das Gretchen von Goethes Faust. „Heinrich, mir graut vor Dir!“
    Die Geliebte vom Heinrich stand also neben uns. Was sie im Leben tat, wollte sie uns nicht
    enthüllen. Ich vermutete, sie zu einer Arztpraxis gehörig zu finden. Meinst du, ich bin eine
    Praxisgehilfin? Nein, sagte ich und dachte, sie wäre evtl. Ärztin.
    Sie sprach viel und ließ Unterbrechungen nicht zu: Warte, warte, warte, und Stopp, ich bin
    an der Reihe und ähnliche Bemerkungen liefen ab, wenn mal was zu ihren Äußerungen
    hinzugeben wollte. Ihre Sprache war gewähltes Berlinerisch, genauer gesagt Potsdamerisch.
    Alles sehr verbindlich und scheinbar nicht auf sich bezogen. Sie, mit ihren 40 Jahren wusste
    alles, was auf der Welt passiert und konnte es auch auf ihre Weise darstellen. Alles auf sich
    selbst bezogen. (Auf wen denn auch sonst?)
    Im weiteren Verlauf des Abends begab es sich, dass ein orthopädisch behandelter Mann in
    bestem Alter dazu kam und sie sich durch ihr Fachwissen outete. Ärztin hatte ich ihr schon
    abgesprochen, da sie (kassen-) ärztlich sehr unorthodox sprach.
    Ein 23-jähriger gesellte sich zu uns und überzog uns mit seinen beflissenen, 23-jährigen
    überfließenden Gedanken. Margarethe widmete sich ihm, hörte ihm auch sekundenweise zu,
    tat aber das ihrige, um ihn von der Schöpferkraft ihres Alters zu überzeugen. Er wird schon
    noch die Ansicht ändern, dass er keine Verantwortung tragen will, wie er sagte. Allerdings
    blieb er bei seiner 23-jährigen Anschauung.
    In solchen Fällen zucke ich die Schultern und meine, er wird seinen Weg schon gehen
    müssen, welchen auch immer.
    Sie stieß wie ein Adler immer wieder auf ihn hinunter. Er lachte. (Was will ich mit deinem 40-
    jährigen Geschwätz?).
    Überzeuge mal Jugend vom Alter oder Kriminelle vom Gesetz!
    Keiner kennt das Andere und will es meist auch nicht wissen.
    Das Schöne am Abend: Eine selbstbewusste Frau, redegewandt, etwas eigentümlich,
    trinkfreudig und eigentlich liebebedürftig. Vielleicht zu selbstbewusst, zu selbstbezogen,
    keiner hat sie bisher zu knacken vermocht (ihr Innerstes!). Sie wünscht es sich, wie sie mir
    sagte. Dann gab sie mir eine tiefe Umarmung. Sie ist ja auch lieb, wenn auch eigentümlich
    und sonderbar. Aber wer ist das nicht?
    Menschen sind schon eine eigene, herrliche Spezies.

     
  • egot24 13:22 am 23. February 2020 Permalink | Antworten
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    Altern 

    19.05.17

    Bereits gestern, als ich an der Tonne vorbeieilte, um meiner Frau ein stringent
    notwendiges Medikament zu holen, hörte ich den lauten Ruf meines Namens.
    Ich winkte zurück und folgte meiner Priorität.
    Heute, entspannt und auf weitere Entspannung aus, ging ich spät, sehr spät an die
    Tonne.
    Noch bevor ich die Tonne erreichen konnte, hörte ich schon laut meinen Namen
    rufen. Ich sagte Norbert H, ich käme gleich, wolle mir nur drinnen ein dringendes
    Bedürfnis bestellen. Kaum war ich draußen, scholl es, wie ich dazu käme ihn zu
    ignorieren, tags zuvor. Was, Du übergehst mich für ein Medikament? Nein, für meine
    Frau die dieses dringend benötigte.
    Jetzt wurde es lustig. Die Frau von Norbert schaltete sich ein: Das ist doch ein
    Argument, Norbert.
    Nein, er hätte mich ja begrüßen können, wenn wir schon mal in Berlin sind.
    Hätte ich auch, aber die Dringlichkeit ging vor.
    Ich bin 66, mitten im Leben, und soll mir von meinem Körper vorschreiben lassen,
    was ich kann und was nicht?
    Wenn du gewisse Dinge nicht mehr kannst, lasse sie bleiben.
    Wenn ich es aber will?
    Musst Du es wollen?
    Ich weiß doch, was ich früher alles konnte. Warum heute nicht mehr?
    Weil du vielleicht alt wirst?
    Nein, ich will das alles noch können.
    Kannste aber nicht. Akzeptiere das einfach.
    Nein, sehe ich nicht ein; sollen doch andere alt werden, warum ich?
    Weil du im Leben bist?

     
  • egot24 13:15 am 23. February 2020 Permalink | Antworten
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    Alte Dame an der Tonne 

    2015-12-28
    Die alte Dame und die Tonne
    Nein, nicht spät abends war es, als ich mal an der Tonne vorbeischaute.
    Tochter und Mutter? Oder Enkelin und Großmutter?
    Die Alte sprach mit klarer Stimme und ziemlich bestimmt. Oder bestimmend? Ich hörte
    nebenbei das Gespräch der Damen. Obwohl man auf die alte Dame herabschauen musste,
    konnte man, was ihre Aussagen betrafen, zu ihr hochschauen. Sie war wohl 1m 60 hoch,
    schaute gerade mal über die Tonne hinweg.
    Ihre deutlichen und klar vernehmbaren Äußerungen hatten etwas von Schliff an sich. Die
    Tochter, oder wie sich später herausstellen sollte, eine Freundin, sprach ebenso korrektes
    Hochdeutsch. Und das mitten in Berlin. Thema war der Mehringdamm, besonders diese
    Stelle zwischen Curry 36 und Mustafas Dönerkebab. Ab und zu war sie, die ältere Dame,
    hier und hatte hier auch schon manches Bier getrunken. (Später erfuhr ich, es war Malzbier).
    Sie schaute gerade hinaus in die Welt hinein und höher, als man es ihr zutrauen mochte.
    Irgendwann mischte ich mich (ungefragt natürlich) ein. Die blitzeblanken Äuglein strahlten
    mich an, als ob sie fragen wollte, wer sind Sie denn, der mich ungefragt anspricht. Wer je in
    diese Augen geschaut hat, musste wissen, dies ist ein glasklarer Mensch mit glasklaren
    Ansichten.
    Dann lachte sie hell und sagte, sie würde mir beileibe nicht ihr Alter erzählen.
    Das tat sie dennoch, denn sie warf ins Gespräch, 1924 sei sie geboren. Hab mich total
    verrechnet und hielt sie für 81; Mensch, dachte ich, und dann so gut drauf!
    Nichts, was sie sagte, war belanglos. Alles hatte Sinn und Klarheit. Auch die Freundin war
    desselben Schlages, wenn auch um zig Jahrzehnte jünger.
    Alles, was ich vorher oben im BX und innendrin erfahren hatte, verblasste vor dieser kleinen
    Person mit großer Persönlichkeit.
    Burk hatte uns innen seine Weltsicht erklärt, mit Bernd hatte ich große Themen gestreift,
    vorher, oben, war auch nicht viel los, doch hier draußen, an der Tonne freute sich die Welt
    durch die kleine, ältere Dame.
    In Ilmenau geboren, der Stadt, für die unser alter Goethe Bergbau-Beauftragter wurde,
    Weimar ist um die Ecke. 28mal weilte Goethe in dieser Stadt. Sie ist absolut sehenswert, das
    Gasthaus Zur Post liegt zentral und ist empfehlenswert, Gastronomie eingeschlossen.
    Jedenfalls, als wir dort waren.
    Nun, das focht unsere ältere Dame nicht an, denn sie war in jungen Jahren nach Osnabrück
    ausgelagert worden und hat kaum noch Erinnerungen an Ilmenau. Ständig schaute sie mit
    ihren blitzenden Augen zu mir hoch. Keine Brille, kein Hörgerät, standhaft und
    selbstbewusst, draußen an der Tonne.
    So möchte ich in ihrem Alter auch noch sein – falls ich es erreiche!
    Und noch draußen an der Tonne stehen können!
    Möglichst mit einem Bier.
    Mal sehen.

     
  • egot24 15:50 am 21. August 2011 Permalink | Antworten
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    Bierexpress am Mehringdamm 

    „Sind’se in Berlin, kommen’se zum Mehringdamm! Da erleben’se den weltbekannten Bierexpress, gleich neben dem Curry 36. Dufte Kneipe. Hier verkehrt alles mit Rang und Namen aber ebenso auch ohne beides. Nehmens’e mich. Hab ´nen Namen, aber keinen Rang. Will ja keinen benennen, aber hier war jeder schon. Selbst unbekannte Leute nehmen die Kneipe in Angriff. Und det zu Recht!“

    Dies schrieb ein unbekannter Autor schon vor vielen Jahren.

    Und ich kann dem nur zusprechen, die Kneipe lohnt sich, es ist immer etwas los, tolle Leute von hier, von dort, selbst aus Amerika, England, Kroatien und Russland kommen sie extra hierher. Hier treffen sie auf Publikum, von dem sie immer gedacht hatten, das gibt es nicht. Da sitzt mal ein Schauspieler neben dir, dann einer aus deinem eigenen Land, von überall her treffen sich die Menschen, um hier zusammen zu sein, zu reden, zu trinken, zu lachen. Und: Essen darfst du mitbringen, von nebenan, Curry36 oder von der anderen Seite: Mustafa’s Gemüsedöner oder sonst wo. Hier sein ist alles, kommunizieren kannst du so viel du willst. Kannst auch in die Wii-Lounge gehen und ein bisschen spielen oder von den Spielautomaten dein Glück fordern.

    Der zugereiste Inder spielt gerne am Automaten, der Spanier sitzt vorm Lokal unter der Markise und liest sein Buch, der Franzose hat sich eine japanische Frau angelacht und freut sich, wenn du beiden ins Englische übersetzen hilfst. Vor kurzem fragte mich freundlich ein Husky, wo denn sein Eskimo-Herrchen geblieben sei. All so was gibt es im Bierexpress. Tagtäglich, allabendlich, und sogar nächtlich.

    Dann noch die Geschichten, die die Einheimischen bieten:

    Hörenswert, fast schon lesenswert: Da knallt hier immer ein Typ rein, ziemlich unauffällig, mit roter Mütze und erzählt von einem rauschebärtigen „Taliban“, den er kennengelernt hätte, der Haban heißt und der sich hier in langem Mantel ziellos herumtreibt.

    Er spricht von aufkeimenden oder versinkenden Existenzen, die den Boulevard beleben.

    Es gibt Geschichten: Der Trinker, der hier sein Heil sucht, obwohl er es schon heillos vertrunken hat; die ehemalige Kiez-Größe, deren Krone schon lange in der Vergangenheit versunken ist, der sogenannte Professor, der seinen Titel nur seinem Erscheinungsbild zu verdanken hat und das Genie, das hier ständig aufläuft, um die wahren Werte seiner Unscheinbarkeit glorreich anzupreisen. Das gibt es zwar in jeder Großstadt, aber so, wie hier, am Mehringdamm in Berlin, ist das noch nie gesichtet worden. Und die Spitzen all dieser Größen treffen sich wo? Im Bierexpress. Kommste nicht drum rum. Biste mittendrin. Nun, alles gehört dazu. Kreuzberg ist keine Waschküche sondern ein Meltingpot, heißt wohl Schmelztiegel oder so.

    Hier treiben sich Leute herum, von denen Sie noch nie gehört haben und Leute, die Sie aus dem Fernsehen kennen oder sogar aus der Politik. Alles Berliner. Oder gewordene. Wer in Berlin lebt, wird schnell ein Berliner, wer in Kreuzberg lebt, wird noch schneller Kreuzberger. Weil Kreuzberg gut tut. Und was gut tut, merkt schnell ein Tourist und fühlt sich wohl. Besonders im Bierexpress.

    Traf ich vor kurzem hier draußen einige Iren. Die saßen da und tranken. Nach einiger Zeit hatten sie Hunger (was ja verständlich ist). Sie fragten, ob es etwas zu Essen gäbe. Nein, meinte die freundliche Bedienung. Nebenan! Sie meinte entweder Curry 36 oder Mustafa’s Gemüsedöner. Freundlich, wie Iren nun mal sind, fragten sie, ob sie sich was holen könnten und hier weiter trinken. Wie lautete wohl die Antwort? Nun: Jawohl! Die Iren blieben, bis die Tische hochgestellt wurden, lachten und sangen Lieder, deren Texte keiner verstand, aber deren Inhalt durch das gesteigerte Gelächter immer zweideutiger, mir dadurch klarer wurde.

    Bierexpress ist einzigartig! Und wer es nicht glaubt, soll einfach mal herkommen! Die Zeit ist reif! Übrigens nennt man den Kreuzberger „Bierexpress“ in Texas schon „BX“. Let’s go!!!

    Und morgen sitzt hier vielleicht die weltberühmte Sängerin Anna N. mit einer Currywurst. Wollen Sie da fehlen?

    Bierexpress am Mehringdamm. Das ist die Adresse. Taxi und U-Bahn direkt vorm Haus. Tolle Cocktails gibt es auch noch – und wenn Sie wollen, ein erfrischendes Gespräch mit der Wirtin.

    -weitere Geschichten-

     
  • egot24 13:40 am 15. June 2011 Permalink | Antworten
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    Karneval der Kulturen am Mehringdamm 2011 

    Ein spezieller Ein- und Ausblick von oben.

    Es war schon heftig, die Musik von gegenüber, von nebenan, von rechts und links, von dort und da – alles auf  „unserem“ Mehringdamm, dem „Ku’damm von Kreuzberg“. Die letzten Jahre war der Mehringdamm am Pfingstsonntagnachmittag zwar auch für den Verkehr gesperrt und war als Zwischenspurt zwischen dem Festplatz und der Umzugsmeile genutzt. Sicher hatte der eine oder andere anliegende Gewerbetreibende ein paar Cocktails angeboten, ein bisschen eigene Musik vorm Haus, da stand auch mal ein Eiswagen.

    Der Mehringdamm war noch befahrbar, die Massen strömten von der U-Bahn zum Festplatz, dem Blücherplatz. Wie jedes Jahr.

    Etwas war jedoch anders:
    Der Spätkauf des Metropol Hostel baute auf der Ecke links in der Einfahrt neben dem Finanzamt ungeheure Mengen Alkoholika auf, hinter der Einfahrt rechts baute ein wohl Privater ein Musikzelt und meterweise Getränkeangebote auf, auch ein Grill qualmte, wie nur ein Grill qualmen kann. Laute Musik erscholl aus der Einfahrt.
    Samstag war in der Einfahrt große Party.

    Sonntag: Gegen 14:00 Uhr wurde –wie jedes Jahr- die Kreuzung Mehringdamm gesperrt, aus den U-Bahnstationen quoll jede Menge Schaulustiger, um sich an der Umzugsmeile Gneisenau-/Yorckstraße noch ein Plätzchen zu sichern.

    Das Gewusel der Leute nahm zu, einige gingen zum Festplatz andere kamen zurück, alles ganz entspannt. Immer mehr Bierflaschen in den Händen immer jüngerer Leute, Zeitgeist, Zeitungeist – wer weiß. In Holland ist das verboten und wird schwer geahndet, wie uns Holländer erzählten.

    Sonntagmittag bahnte sich etwas Neues an:

    Zusätzlich zur Einfahrt wurden nun ca. 20 m Tische entlang des Finanzamtes aufgebaut, Kisten geschleppt, zwei Grillstationen angeschlossen, Fähnchen gehängt.

    Das Gedränge nahm zu, ebenso der Lautstärkepegel der Musikanlagen gegenüber. Bald sollte noch ein anderer Pegel steigen, einige begannen schon mit der Einleitung, manche mögen ihn auch schon jetzt erreicht haben.

    Eine solche Party wie hier gegenüber, gab es noch nie – die Straße war voll wie noch nie.

    Die Straßenreinigung sollte um die Situation seit Jahren wissen, sie hätte vielleicht vorsorglich einige große Müllcontainer aufstellen können. So aber sind alle Müllbehälter überfüllt, der Abfall liegt am Boden und wo schon was liegt, wird kräftig dazugeworfen. Viele suchen ja nach Abfallbehältern, aber wenn keine da sind . . .

    So sah es gegen 17:00 Uhr aus:

    Nein, mit der Lautstärke hatten (wir zumindest) kein Problem. Doppelfenster mindern. Und wir wissen schließlich, wo wir leben. Anders die Neuzugezogenen. Sie wollen mitten in einem tollen Kiez leben, aber ihre Ruhe haben. Sie sind für Lebendigkeit, aber nur dann, wenn sie es wollen. Da werden hier im Kiez Altbauwohnungen saniert und als Eigentum verkauft. Die Käufer hören von dem tollen Kiez, sollten sich vielleicht auch informieren, was und wie es da zugeht, aber nein, sie kommen z.B. aus Schwaben und wollen ihre schwäbische Ruhe im aufregenden Kiez. Kannste nix machen. So sind die Leute.

    Letztlich ist es unbeschreiblich, was sich hier – unweit vom Festumzug (ca. 90 Meter entfernt) abspielte.
    Es war eine Partymeile für sich, was sich in diesem Jahr hier entwickelte.
    Auch zum Festplatz hin strömten noch die Leute:

    Party en Gros, der Mehringdamm nicht mehr nur Zulaufsteg zum Umzug, sondern ein erheblicher Erlebnis- und Spaß-Laufsteg, der den Umzug gar nicht brauchte, für sich selber feierte und den grandiosen Festumzug einfach 90m links liegen ließ. Die Wogen tanzten im Hof des Finanzamtes, immerhin zu hörenswerter Musik und nicht das andauernd dumpfe DUM-DUM-DUM-DUM, wie es die Love-Parade stundenlang bereithielt.

    Streetdancer und Akrobaten nutzten den Platz auf dem Mehringdamm und boten ein tolles Programm, auch eine junge Dame mit Fußball zeigte ihr ballartistisches Können:

    Mit Braekdance, akrobatische Kunststücken, Artistik vom Feinsten unterhielt die Gruppe mit nur kurzen Pausen stundenlang das Publikum. Hoffe, sie fanden genug Anerkennung im herumgereichten Hut.

    Immer neue Straßenhändler gesellten sich dazu, jeder wollte einen schnellen Euro verdienen:

    Gegen 20:00 Uhr war die Party gegenüber heißgelaufen, der Müll tat sein Bestes, sich zu verbreiten:

    Mehringdamm voller Leben.

    Und die Flaschensammler hatten alle Hände voll zu tun:

    Das Wetter war gut, die Stimmung noch besser und so ließ man sich häuslich nieder, tratschte, sang und verbreitete gute Stimmung.

    Viele blieben bis spät in die Nacht.

    Einige vom Umzug suchten noch einen Umtrunk:

    Den fanden sie ganz bestimmt noch.

    Jetzt wurde es dunkel, aber feiern kann man auch dann. So taten es noch einige.

    Mal kurz aus dem Fenster geschaut (01:56): Jede Menge noch los, keine Volksaufläufe mehr, eher Gelblicht der Straßenreinigung, Blaulicht von Polizei und Rotkreuzwagen (wohl Schnapsleichen), Menschen, die von Hand die Fußwege vom Müll befreien.

    Je später die Nacht, desto promilliger, ach was, prozentiger die Dauertrinker.

    Und schon gab es Zoff! Geschrei direkt vorm Haus. Ich konnte beobachten, wie die Polizei geschwind auf den Herd des Geschehens zulief: „Spätkauf 36“, der kästenweise Bier vor der Haustür verkauft und – natürlich – Caipi.

    (Wie die zu ihrem Namen kamen, ist unklar, weder ist es die Hausnummer 36 noch der Stadtteil „Kreuzberg 36“, vielleicht in Anlehnung an „Curry 36“?).

    Genau beim „Spätkauf 36“ hatte sich eine Gewaltaktion entwickelt. Ein BRAVO für unsere Polizei, ca. zwölf Beamte (Abteilungen A2, A3) waren rasch zur Stelle, trennten wohl sieben ineinander verkeilte Streithähne schnell und sauber voneinander, zwei Frauen schrien noch vor Angst. Ein Großes Lob der Polizei. (Ich habe mit Absicht keine Fotos gemacht).

    Nachdem alles einigermaßen beruhigt war, stellten sich einige Unbeteiligte, dafür Besoffene, Bierflaschen schwenkend in sicherer Entfernung hin und provozierten die Polizei („Ich kenne den, der Deine Frau fickt!“). Die Beamten reagierten überlegen und ruhig, gingen auf die Deppen gar nicht ein. So schnell sie gekommen waren, waren die Beamten nach der Klärung wieder weg. Hochachtung!

    Gelblicht der Straßenreinigung, etwas Blaulicht der Polizei und dreier Rettungswagen (wohl nur Schnapsleichen). Und überall noch kleine Grüppchen Unermüdlicher in Feierlaune. Die Gespräche wurden deutlich lauter, die Bewegungen fahriger. Flaschenklirren.

    Irgendwann waren die einzigen Geräusche die der Straßenreinigung.

    Montags war alles wie geleckt.

    © Toge Schenck 2011

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  • egot24 20:46 am 21. May 2011 Permalink | Antworten
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    Linke auf dem Mehringdamm 

    21.05.2011

    Eine Woche nach der Demo der Rechten kamen die Linken. Angekündigt. Und wieder hatte ich das Glück, zumindest das Ende der Demonstration zu beobachten, nachdem vorher in der rbb-Abendschau verkündet wurde, dass diese Demo bislang friedlich geblieben war. Eine Stunde vorher hatten sie Parolen auf der Kreuzung Gneisenaustr./Mehringdamm gebracht, waren dann aber nach Süden gen Tempelhof gezogen.

    Plötzlich war die Demo vor unserem Haus: Polizeigebleitet, aber Polizei mit Helmen in den Händen, nicht auf dem Kopf und bei weitem nicht in der Menge wie letzte Woche:

    Aufschrift auf dem Transparent: Gegen Faschismus und Staatsgewalt.

    Eigentlich Blödsinn, denn was hat (unsere) Staatsgewalt mit Faschismus zu zun?

    Gemeint war (wie dann aus Sprüchen hervorging), dass man meinte, die Polizei dürfe eine Demo der Rechten erstens nicht gestatten, zweitens nicht schützen. Wie stellt sich die Antifa das vor? Einseitiges Verbieten? Entweder Demonstrationsrecht oder nicht! Wenn dann gegen herrschendes Gesetz verstoßen oder Gewalt angewendet wird, dann muss die Polizei (Staatsgewalt) einschreiten.

    Hier noch atmosphärische Aufnahmen (wenn auch unprofessionelle):

    Die Aufstellung der Polizei hatte schon eine andere Qualität als vorige Woche: Nachzulesen und zu schauen unter: Nazis auf dem Mehringdamm

    Dann wurde die Demo durch den Veranstalter beendet, es wurde zum ruhigen Heimgehen aufgerufen und es boten sich lockere Bilder:

    Zum Abschluss wurde noch ein vermutlich südamerikanischer Song gespielt, dann ging locker und lautlos die Demo in die Vergangenheit.

    Notwendiges Nachwort: Demo ist nicht gleich Demo. Aber alle Teilnehmer, Befürworter und Gegner sollten Ruhe und Respekt vor dem anderen bewahren. Um das zu gewährleisten ist die geschmähte Staatsgewalt in Form von Polizei dabei! Was wären die Bürger ohne Polizei? Hilflos ausgeliefert. Das war das Wort zum Sonntag.

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  • egot24 14:39 am 16. May 2011 Permalink | Antworten
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    Nazis auf dem Mehringdamm 

    14. Mai 2011

    OIOIOIOIOI, war heute am Mehringdamm was los!

    Samstag und mal schönes Wetter, wie man es sich wünscht, ich stand in meinem Erker und rauchte eine. Da sah ich den einen und anderen und sogar noch die nächsten Einsatzwagen der Polizei vorfahren. Einige versteckten sich hinter dem Finanzamt. Andere hielten auf dem Mehringdamm. Standen so rum. Ich ging kurz runter, um mir was zum Frühstück zu besorgen. Da  hatte sich vor unserem Haus und auf dem gesamten Mehringdamm etwas deutlich verändert. Alles voller Polizei, die Straße abgesperrt. Man hörte laute Rufe.

    Dann ging es richtig los: Lautsprecherdurchsagen, skandierte Sprüche. Und ich war mitten drin und konnte nichts sehen. Ich ging in Richtung der Geräusche, Richtung Finanzamt. Alles gesperrt, auch für Fußgänger und Radfahrer. Die skandierten Sprüche konnte ich nicht genau verstehen. Auf einmal waren wesentlich mehr Leute als vorher auf der Straße, es erschallten Rufe „Nazis raus!“ Ich entschied mich, wieder in meiner Erker zurückzukehren.

    Oben angekommen, machte ich die Fenster auf. Da kam eine Horde Radfahrer an, wild schreiend, hin zur mit Polizeifahrzeugen verbarrikadierten Fläche. Vor unserem Haus Unmengen Leute. Und immer wieder skandierte Sprüche, die ich auf die Entfernung nicht verstand. Ich sah folgendes:

    Genauer hingesehen, sah ich, dass sich, getrennt von einer Gitterabsperrung eine verhältnismäßig kleine Gruppe aufgeschart hatte, mit Berlin Fahnen in der Hand:

    Auf dem vorderen Transparent stand: „Wahrheit macht frei!“

    Neonazis, die so tun als ob sie Berlin vertreten (Fahnen). Gegenüber die anderen, schnell per SMS, Handy, Facebook etc. hinzugerufene Leute verschiedenster Couleur: Linke, auch normale Zuschauer aber auch „Autonome“, die eh auf Krawall aus sind. Hier in Kreuzberg (alles Linke und Grüne) wollen die Rechten demonstrieren? Reine Provokation. Die Polizei hat nun die Aufgabe, diese (von wem auch immer genehmigte) „Veranstaltung“ vor Übergriffen (besonders der Autonomen) zu schützen! Mitten unter den Nazis stand ein Lautsprecherwagen und verbreitete alte deutsche Lieder.

    Man sieht, sie stehen direkt am Eingang eines U-Bahnhofes. Plötzlich – wie auf ein Zeichen hin – rennen sie alle zum dortigen U-Bahnhofeingang und verschwinden darin:

    und kommen direkt wieder aus dem anderen Eingang raus:

    und sammeln sich vorm „Bierexpress“ und Curry 36:

    Damit hatte die Polizei nicht gerechnet und musste nun schnell handeln: DENN SIE MÜSSEN JA DIE RECHTSEXTREME DEMO SCHÜTZEN!!!

    Die Autonomen und alle, die gegen die Rechten waren, sind schnellstmöglich auch zu dem Punkt gelaufen, haben sich auch Reibereien mit der Polizei eingehandelt:

    Schließlich sah es so aus: Die Nazis mussten die Berliner Fahnen herunternehmen. Der Veranstalter sagte die Demo kurzfristig ab. Nur: Die Nazis kamen nicht weg, waren umzingelt von Leuten. Da baute die Polizei eine Gasse zum gegenüberliegenden U-Bahneingang, worin die Nazis sich zurückzogen, nicht ohne mit Tomaten und Plastikflaschen beworfen zu werden.

    Wir erfuhren dann, dass auf der U-Bahnstation die Leute aus einigen Zügen nicht aussteigen durften, die Züge wurden durchgewunken; in einen der nächsten kamen dann die Nazis rein. Keiner durfte in der Zwischenzeit in den Bahnhof oder aus ihm heraus.

    Hier noch ein Foto der Absperrkette:

    Kurze Zeit später war alles wieder Friede, Freude Eierkuchen, wir saßen drüben im Bierexpress, tranken uns einen und zählten die Tomatenflecken auf der Fahrbahn.

    Nachschrift: Von der Polizei erfuhr ich, dass es einige aggressive, gewalttätige Linke gegeben hatte, die wegen Flaschenwerfens und Schlägerei vorübergehend festgenommen wurden.

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